Engel im Strom der Zeit
 
Stehe auf dem Gipfel.
Schau hinab ins Tal.
Der Wind spielt mit meinem Haar.
Meine Flügel zittern leicht.
 
Kann nicht mehr zurück.
Tränen der Trauer laufen über das Gesicht.
Wie es weiter geht, weiß ich nicht.
Weiß nur, das der Weg nach vorne führt.
 
Doch werde ich dich in der Ferne wieder sehen.
Ich weiß es nicht – Tränen laufen heiß.
Engel fliegen einsam und allein.
Begleitet werden sie nur eine Weile von einem Zweiten.
 
Engel treiben auf den Winden der Zeit.
Wenn ich versuche umzukehren, brechen meine Flügel.
Springe ab und fliege los, unter mir das Leben.
Fliege über das Tal der Freuden.
 
Gleite an der Schlucht der Hoffnungslosigkeit entlang.
Überflieg den Fluss der Trostlosigkeit.
Immer weiter trägt mich der Wind.
Meine Augen sind offen – suchen.
 
Suche immer wieder dich.
Hoffe auf ein Wiedersehen.
Wenn du dich erhebst und mit den Winden fliegst.
Dann bin ich hier um dich zu begleiten.
 
 
Engel in Ketten
 
Ich liege hier – still weint mein Herz.
Ketten klirren wenn ich mich beweg.
Eisige Kälte, lähmender Schmerz.
Ich trotzdem noch Hoffnung heg.
 
Modrige Steine, fauliges Sein.
Hier ist es Finster – kann nichts sehen.
Fühle mich hilflos und klein.
Doch wer hört mein  Flehen.
 
Die Mauern so dick und alt.
Meine Flügel ihren Glanz verloren.
Die Kleider zerfetzt – mir ist kalt.
Werde ich für immer frieren.
 
Engel sterben in Gefangenschaft.
Ihre Seele flieht vor dem Hass – dem Schmerz.
Wer kämpft für sie mit ganzer Kraft.
Wem liegt was an ihrem Herz.
 
So liege ich hier - weine bittere Tränen.
Meine Flügel gebrochen und rot von Blut.
In meiner Seele glimmt ein Sehnen.
Wann wird es zur wärmenden Glut.
 
Wenn Engel sterbend in Ketten liegen.
Nur ein Drache den Schmerz des Engels spürt.
Doch wo sind sie – wer sah die Letzten fliegen.
Welche Winde einen zu mir führt.
 
Drachen sind selten und scheu.
Ihre Herzen erstarrten am Leid der Welt.
Die Liebe erweckt sie neu.
Sie ist die stärkste Kraft, die zählt.
 
Wenn der Drache neu erwacht, die Liebe spürt.
Seine Seele das Licht des Engels sucht.
Wenn er den Engel findet – das Gute triumphiert.
Ihre Liebe treibt das Böse in die Flucht.
 
Drum komm mein Drache rette mich.
Spreng mit deiner Kraft die Ketten.
Mein Herz das sieht nur dich.
Wann wirst du mich retten.
 
 
Gebrannter Engel
 
Meine Flügel zittern leicht.
Leise rauscht der Wind.
Für Liebe hat es nicht gereicht.
Weine wie ein kleines Kind.
 
Sehe hinauf zu den Sternen.
Wie Diamanten leuchten sie in samtschwarzer Nacht.
Wann wirst du wieder lieben.
Ich stehe hier und halte Wacht.
 
Jede Nacht fliege ich zu dir.
Breite schützend meine Flügel aus.
Wache über deine Träume hier.
Doch mein Traum ist aus.
 
Wenn Engel durchs Feuer gehen.
Tun sie das nur für die Liebe.
Meine Flügel brennen – kannst du es sehen.
Es waren die Diebe.
 
Die Diebe heißen Vergessen und Angst.
Sie zündeln im Feuer der Hoffnungslosigkeit.
Doch Engel kennen keine Angst.
Immer wieder werden sie durch das Feuer gehen – zu jeder Zeit.
 
Nun steh ich hier mit gebrochenem Herzen.
Die Flügel verbrannt in der Glut.
Kann nicht mehr fliegen, hab es vergessen.
Vor mir brennt das Feuer der Wut.
 
Doch diesen Weg, den werde ich nicht gehen.
Werde meine Flügel heilen um wieder zu fliegen.
Um weiter über deine Träume zu wachen.
Jede Nacht dich beschützen.
 
Auch wenn du mich nicht siehst und schweigst.
Wenn du dich ins Vergessen hüllst.
Engel werden immer bleiben, auch wenn man sie vergisst.
Sind bei dir auch wenn du sie nicht spürst.
 
Engel werden für dich immer durchs Feuer gehen.
Sie kämpfen für die Liebe und Vertrauen.
Und irgendwann wirst auch du sie wieder sehen.
Und vielleicht auch eines Tages mit ihnen gehen.
 
 
Im Sturm
 
Im Sturm des Lebens,
treibst du mitten auf dem Meer.
Im Sturm des Lebens,
fühlst du dich allein und leer.
 
Ich bin dann für dich da,
werf dir die Leine zu.
Wenn du sie greifst - lass sie nicht los.
Ich ziehe dich an Land.
 
Im Sturm des Lebens,
werde ich deine Insel sein.
Im Sturm des Lebens,
wirst du bei mir sicher sein.
 
28.09.2009 20:14:28
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