Drache in Ketten
 
Tief im Nebel hör ich dein Brüllen.
Ich folge deinem Ruf, will zu dir.
Kann deinen Schmerz spüren.
In meinem Herzen gibt es nur wir.
 
Der Nebel lichtet sich, der Blick wird genau.
Da steht der Käfig, kalt und eisern.
Du siehst mich, dein Ruf klingt rau.
Dicht vor dem Gitter bleib ich stehen.
 
Deine Augen finden meine.
Gefangen im Zauber des Moments, verharren wir.
Ich merke kaum wie ich weine.
Du beginnst deine Wanderung erneut, wieso bist du hier?
 
Dein stetes auf und ab im Käfig, die gebundene Kraft.
Ich weiß dass die Freiheit du ersehnst.
Meine Hände tun was du nicht schaffst.
Das Schloss zerspringt unter meiner Hand, tue was du erträumst.
 
Die Tür springt auf, der Weg ist offen.
Zögernd stehst du da, die Muskeln spielen.
Vorsichtig trett ich ein, wage kaum zu hoffen.
Strecke meine Hand aus, möchte dich fühlen.
 
Sanft legst du deinen Kopf in meine Hand.
Aus deiner Brust dringt ein wohliges Grollen.
Es ist der Moment in dem ein Herz das andere fand.
Wir können gemeinsam gehen, wenn wir es wollen.
 
Du spreizt deine Flügel, sie zittern leicht.
In deinen Augen sehe ich Kraft und Sanftmut leuchten.
Steige ich auf deinen Rücken, fürchte mich nicht.
Mit deinen Klauen sprengst du den Käfig, kannst die Freiheit sehen.
 
Rauschend schlagen deine Schwingen
Steigst mit mir dem Himmel entgegen.
In meinem Herzen ist ein singen.
Werden zusammen sein auf allen Wegen.
 
Und die Leute bleiben stehen.
Augen erstaunt uns folgen.
Können nicht glauben was sie sehen.
Das du frei und wir zusammen gehen.
 
Du bist einer der letzten deiner Art, stolz und wundervoll.
Drachen wie dich, hat man schon lange nicht frei gesehen.
Die Wolken sind nun unsere Zuflucht, hier fühlen wir uns wohl.
Alle Wege stehen dir nun frei, ich werde sie mit dir gehen.
 
Drachen gehören nicht eingesperrt und in Ketten gelegt.
Drachen sind zu stolz um das lange zu überstehen.
Ketten des Hasses, Käfig der Angst - die Seele in Dunkelheit gelegt.
Freundschaft und Liebe bringen Licht und sprengen Ketten.
 
Doch befreien - den letzten Schritt - musst du selber tun.
Kann dir nur zur Seite stehen und das Schloss zerbrechen.
Drum, mein Drache erhebe dich und nimm meine Hilfe an.
Werde immer mit dir gehen.
 

Du bist allein – nie mehr allein

Du bist allein,

mit deiner Angst,
vor dir selbst,
vor dem Sein.

Du bist allein,
mit deinem Schmerz,
der großen Pein,
in deinem Herz

Du bist allein,
mit deinem Hass,
fühlst dich klein,
so hilflos.

Du bist allein,
mit der Dunkelheit.
Ich sehe dich an,
der Weg ist weit.

Du bist allein,
mit mir zu zweit.
Wir gehen zusammen,
du wirst befreit.

Du bist befreit,
nicht mehr allein.
Vor dir ist das Licht,
dein neues Sein.
 
Die Seele

Die Seele ist groß und weit.
Sie ist so nah und doch so unbekannt.
Wie ein Fingerabdruck in der Unendlichkeit.
Sie hat dich schon lang erkannt.

Glanzvolles Licht - weiter Raum.
Das nichts Unmögliches verspricht.
Sie ist ein glänzender unendlicher Traum.
Verrat sie nicht.

Nichts trifft dich ohne Grund.
Dann weint die Seele mit dir.
Sie ist dann wund.
Doch schämt sie sich nicht, ist hier.

Deshalb verkauf deine Seele nicht.
Sie öffnet dir die Tür zum Sein.
Sonst verlöscht das Licht.
Der Weg verschwimmt zur anderen Welt, so fern.

Diese Welt in dir und immer da.
Auch wenn du die Zeit in Tagen misst.
Die Unendlichkeit ist immer da.
Mit der Seele du unsterblich bist.
25.09.2009 21:51:03
 
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